Sekundarstufe I

Sekundarstufe I

In der Sekundarstufe I (SEK I) lernen unsere Jahrgangsstufen 7 bis 10.

Unser Unterricht besteht sowohl aus bewährten als auch neuartigen Lernformen und Methoden. Damit werden wir den Bedürfnissen unsere Schülerinnen und Schüler besser gerecht.

 

1. Entwicklung von Methodenkompetenzen

Viele Schülerinnen und Schüler müssen lernen, wie man lernt und Wissen anwendet. In jeder ersten Woche eines neuen Schuljahres geht es daher für unsere Klassen 7 bis 10 direkt ans Erlernen und Erproben verschiedener Kompetenzen. Gefestigt werden die Kompetenzen im Fachunterricht sowie in der Freiarbeit.

Methodenkompetenzen sind kein Fachwissen, sondern ermöglichen es erst,
mit fachlichem Wissen umzugehen und es anzuwenden.


Jugendliche nutzen verschiedene Strategien, um Lerninhalte und Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Dabei brauchen verschiedene Lerntypen unterschiedliche Lernstrategien. Wenn Ihr Kind seinen Lerntyp gefunden hat, erfasst es Lerninhalte selbstständig und – was noch viel wichtiger ist – für sich nachhaltiger. Deswegen ist das Erlernen und Entwickeln von Methodenkompetenzen nicht nur wichtig, sondern notwendig.

Methodenkompetenzen beizubringen ist schülerorientiertes unterrichten.

 

Relevante Methodenkompetenzen sind beispielsweise:

  • wichtige Inhalte aus Texten zu entnehmen, diese Inhalte zu strukturieren und wiederzugeben,
  • eine eigene Meinung zu einem Thema zu entwickeln, diese Meinung zu begründen und auch gegenüber anderen zu vertreten,
  • in Aufgaben mathematische Relationen zu erkennen und daraus Lösungen für ein Problem zu entwickeln,
  • verschiedene Medien zur Informationsbeschaffung zu nutzen.  

Methodenkompetenzen = Schlüsselkompetenzen

Methodenkompetenzen sollen in erste Linie helfen, sich Wissen dauerhaft zunutze zu machen.
Diese Kompetenzen sind aber mehr als das: Sie sind der Schlüssel zu lebenslangem Lernen.

2. Individuelle und differenzierte Lernangebote

Alle Fächer finden als Fachunterricht im Klassenverband oder in leistungsdifferenzierten Kursen statt.

Ihr Kind wird in unterschiedlichen Aufgaben individuell nach seinen Möglichkeiten gefordert und gefördert. So werden verschiedene Unterrichtsfächer als Grund- oder Erweiterungskurs angeboten. Bei der Ersteinstufung werden Ihre Wünsche sowie die Ihres Kindes berücksichtigt. Danach entscheiden die Leistungen über den Verbleib in den jeweiligen Kursen.

 

2.1 Grund- und Erweiterungskurse in der SEK I

Ab dem 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 7 beginnt die Fachleistungs-Differenzierung. So werden verschiedene Unterrichtsfächer als Grund- oder Erweiterungskurs angeboten. Bei der Ersteinstufung werden Ihre Wünsche sowie die Ihres Kindes berücksichtigt. Danach entscheiden die Leistungen über den Verbleib in den jeweiligen Kursen.

Die differenzierten Lernangebote gelten wie folgt:

Jahrgang
Fach
ab Klasse 7 (2. Halbjahr) Englisch und Mathematik
ab Klasse 8 Deutsch
ab Klasse 9 Chemie und Physik

 

2.2 Wahlpflichtunterricht

Neben den regulären Unterrichtsfächern belegt jeder Schüler bzw. jede Schülerin an der Gesamtschule auch ein Wahlpflichtfach von der 7. bis zur 10. Klasse. Hier hat Ihr Kind die Auswahl aus den folgenden Fächern:

  • Französisch
  • Spanisch
  • Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT)
  • Naturwissenschaften (Nawi)

Die Entscheidung für ein Wahlpflichtfach gilt bis zum Ende der 10. Klasse. Ein Wechsel ist nur im begründeten Ausnahmefall möglich.

 

Wichtig für die Fachoberschulreife:
Die Fachoberschulreife erreicht, wer in Klasse 10 mindestens  zwei Erweiterungskurse belegt hat. Für den Erwerb der Fachoberschule mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe sind drei Erweiterungskurse erforderlich, davon mindestens zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch.

 

Französisch

Spanisch

Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT)

3. Selbstgesteuertes Lernen (Freiarbeit)

Die Freiarbeit befähigt zum selbstgesteuerten Lernen und fördert das Verantwortungsbewusstsein Ihres Kindes.

In der Freiarbeit wendet Ihr Kind vor allem die Methoden und Kompetenzen an, die es bisher gelernt hat. Diese Lernform gibt Ihrem Kind viel Freiraum, verlangt Ihm zugleich aber auch Selbstdisziplin ab. Zudem gibt es klare Absprachen und Zielsetzungen. Der Lernprozess bei selbsterarbeiteten Inhalten ist dafür umso erfolgreicher.

Die Vorteile in der Freiarbeit sind:

  • Ihr Kind setzt sich mit seinen individuellen Lernschwerpunkten auseinander.
  • Ihr Kind erledigt seine Aufgaben im eigenen Lerntempo.
  • Ihr Kind reflektiert sein Handeln und versteht seine Arbeit als Wert.
  • Ihr Kind genießt viel Freiraum beim Lernen, um sich selbst zu entwickeln.
  • Die Freiarbeit findet in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik bis zur Jahrgangsstufe 9 statt und ist fester Bestandteil des wöchentlichen Stundenplanes. Fachunterricht und Freiarbeit sind bei dieser Lernform eng miteinander verbunden.
  • Lehrerinnen und Lehrer treten in der Freiarbeit (und auch während der individuellen Lernzeit) zurück und bleiben im Hintergrund. Sie stehen unseren Schülerinnen und Schülern jederzeit zur Seite, wenn sie Fragen haben oder Hilfe benötigen.

4. Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen

Zu einem harmonischen Schulalltag gehört ein respektvolles und tolerantes Miteinander. Daher legen wir bei unseren Jugendlichen großen Wert auf die Entwicklung und den Ausbau sozialer Kompetenzen.

Soziale Kompetenzen sind bei uns allgegenwärtig. Sie sind im Unterricht genauso gefordert wie auf dem Schulhof, in den Arbeitsgemeinschaften oder bei Aktivitäten außerhalb der Schule. Wir wollen und müssen uns auf unsere Jugendlichen verlassen können, um sie beim Erwachsenwerden begleiten zu können. Darüber hinaus sind, neben einer altersgemäßen Aus­bildungsreife, diese Sozialkompetenzen auch für den späteren Einstieg ins Berufsleben wichtig.

 

Wir arbeiten an unserer Schule an den wichtigen sozialen Kompetenzen:

  • zuhören und mit anderen kommunizieren
  • mit Kritik umgehen und Kritik konstruktiv anbringen
  • empathisch und einfühlsam sein (Gefühle zeigen und sich in andere hineinversetzen)
  • sich selbst wahrnehmen und sein Verhalten reflektieren
  • teamfähig und tolerant sein (andere Meinungen akzeptieren und respektieren)
  • zuverlässig sein und verantwortungsbewusst handeln
  • fair sein und Kompromisse eingehen, Konflikte ohne Streit lösen
  • selbstbewusst auftreten, kooperativ sein und anderen helfen.
Gesamtschule Woltersdorf der FAWZ gGmbH_SEK I_Soziale Kompetenzen

Unsere Schule ist und bleibt ein achtungsvoller und gewaltfreier Raum – für alle, die hier lernen und sich entwickeln wollen.

So haben sich unsere Schülerinnen und Schüler beispielsweise im Jahr 2018 dafür eingesetzt, dass wir die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten haben.

5. Frühzeitige Berufsorientierung

Eine frühzeitige und praxisbezogene Be­rufsorientierung hat für das zukünftige Berufsleben Ihres Kindes einen hohen Stellenwert. Sie hilft ihm, realistische Vorstellungen über die Berufswelt und die eigenen Fähigkeiten und In­teressen zu entwickeln. Die Berufsori­entierung beginnt bereits ab der 7. Jahrgangsstufe.

  • Potenzialanalyse in Klasse 7,
  • Praxislernen in Werkstätten in Klasse 8
  • Betriebspraktikum in Klas­se 9

5.1 Die Potenzialanalyse (Klasse 7)

Die Potenzialanalyse ist für alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 der Start in die Berufsorientierung. Sie dient dazu, überfachliche Kompetenzen aufzudecken. Es geht dabei um die Fähigkeit, in bestimmten Situationen bestimmte Anforderungen zu bewältigen. Erfasst werden methodische, soziale und personale Kompetenzen sowie Talente im Hinblick auf die Lebens- und Arbeitswelt.

Dabei verfolgt die Potenzialanalyse folgende Ziele

  • Ihr Kind entdeckt Talente in verschiedenen Rollenspielen.
  • Ihr Kind sammelt positive Erfahrungen:
    „Ich kann etwas.“ und „Ich traue mich etwas.“.
  • Ihr Kind bekommt ein Gefühl für erste Berufe und findet Spaß daran.
  • Ihr Kind denkt über eigene Interessen und Wünsche nach.

1 Tag Potenzialanalyse – 6 Unterrichtsstunden Zeit – 6 verschiedene Übungen

Ablauf Potenzialanalyse

Während der Potenzialanalyse befinden sich die Schülerinnen und Schüler einen Tag lang am Hauptsitz unseres Trägers, der Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum gGmbH, in Fürstenwalde/Spree. In Vierer-Gruppen aufgeteilt, erhalten sie komplexe Aufgaben aus den Anforderungsbereichen Haushaltsbuch führen, Patientenbett machen, Regalaufbau, Farbgestaltung, Ware verkaufen und Rätsel lösen. Unter Anleitung von speziell geschultem Personal werden in jeweils 6 Zeitstunden diese 6 Übungen absolviert. Mit Spaß erfahren die Schülerinnen und Schüler dabei eigene Stärken, die in einem Stärkenprofil erfasst werden.

Die Auswertung der Potenzialanalyse erfolgt anschließend in der Schule. Durch Selbstreflektion lernen die Schülerinnen und Schüler die Erfahrungen besser einzuschätzen. Abgerundet wird das Ganze schließlich in einem 30-minütigen Einzelgespräch mit einem der Beobachter.

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse werden für das berufsorientierende Praxislernen, die Werkstatttage, in Klasse 8 genutzt.

Gesamtschule Woltersdorf der FAWZ gGmbH_SEK I_Berufsorientierung_Potenzialanalyse_2

5.2 Praxislernen (Klasse 8)

Dank des Förderprogramms „Initiative Sekundarstufe I – INISEK I“ des Landes Brandenburg wird in der 8. Klasse die Berufs- und Studienorientierung der Schülerinnen und Schüler durch das Praxislernen in Werkstätten weiter unterstützt. An dem Programm können in ganz Brandenburg Ober- und Gesamtschulen sowie Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ teilnehmen.

Ziel des Programms ist es, die Ausbildungsfähigkeit und damit die schulischen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler zu verbessern sowie in diesem Zusammenhang die Kooperationsbeziehungen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren auszubauen.

 

 

Ablauf Praxislernen

Während des Praxislernens gehen unsere Schülerinnen und Schüler 2x für eine Woche „raus“ in die Werkstätten. Dort haben Sie die Möglichkeit Einblick in u.a. folgende Gewerke zu erhalten.

  • Farbe
  • Gestaltung
  • Gesundheit/Erziehung/Soziales
  • Hauswirtschaft
  • Holz
  • Metall

 

Dabei stehen die Herausbildung und Stärkung sozialer und personaler Kompetenzen im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler erhalten erste Einblicke in das reale Ausbildungs- und Berufsleben, erproben durch praktische Arbeiten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und erkennen die Wichtigkeit des schulischen Lernens. Auch hier werden sie von erfahrenem Personal angeleitet und bekommen Feedback in Form eines Bewertungsbogen.

Sie reflektieren ihre gezeigten Leistungen in jedem Gewerk schriftlich. Ebenso wird nach dem Praxislernen in Werkstätten ein ansprechendes Zertifikat für den Berufswahlpass und für kommende Bewerbungsunterlagen übergeben.

Initiative Sekundarstufe I – INISEK I

Das Praxislernen wurde durch das Programm INISEK I finanziert. Alle Aktivitäten und Projekte, die im Rahmen von INISEK I gefördert wurden, sowie alle weiteren Informationen dazu finden Sie hier.

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Potenzialanalyse (Dauer in Tagen):
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Praxislernen (Dauer in Wochen):
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Praktikum (Dauer in Wochen)
Gesamtschule Woltersdorf der FAWZ gGmbH_SEK I_Berufsorientierung_Praktikum

5.3 Betriebspraktikum (Klasse 9)

In Klasse 9 erhält Ihr Kind einen umfassenderen Einblick in die Arbeitswelt durch ein selbstgewähltes Praktikum.

Hier sind alle Eigenschaften Ihres Kindes gefragt: schulisches Wissen, erkannte Kompetenzen aus der Potenzialanalyse, erworbene Fähigkeiten aus dem Praxislernen sowie soziale Kompetenzen. All das steht jetzt für drei Wochen auf den Prüfstand. Dabei sind die Jugendlichen das erste Mal auf sich allein gestellt.

Reichen meine Deutschkenntnisse für den angestrebten Job in der Agentur? Komme ich überhaupt mit den Eigenheiten kleiner Kinder klar, wenn ich Erzieherin werden möchte? Schaffe ich es, jeden Morgen pünktlich am Arbeitsplatz zu sein?

Antworten auf diese und viele andere Fragen erhalten unsere Schülerinnen und Schüler während der Arbeit in ihren Praktikumsbetrieben.

Der Zeitraum für das Praktikum wird zu Beginn des Schuljahres bekannt gegeben, sodass Ihr Kind ausreichend Zeit hat, sich seinen Wunschbetrieb zu suchen. Wer Probleme beim Finden eines geeigneten Praktikumsbetriebes hat, den unterstützen wir natürlich bei der Suche.

Begleitend zum Praktikum erarbeiten die Jugendlichen eine Praktikumsmappe. Diese und das Praktikumszeugnis werden Bestandteil des Berufswahlpasses, den Ihr Kind bei künftigen Bewerbungsgesprächen vorlegen kann.

 

 

6. Breites Fremdsprachenangebot

Wir bieten bereits ab Klasse 7 mehrere Fremdsprachen an. Neben Englisch als erster Fremdsprache kann Ihr Kind im Wahlpflichtbereich Französisch oder Spanisch als zweite Fremdsprache anwählen. Zur Stärkung im Umgang mit der Sprache bieten wir jährliche Sprachreisen an. Hier kann Ihr Kind seine Kenntnisse anwenden und vertiefen. Es lernt Land und Leute vor Ort kennen, erkundet Sehenswürdigkeiten und erfährt Interessantes über die Kultur der Länder.

 

Englisch

1. Fremdsprache

Französisch oder Spanisch

2. Fremdsprache

Prüfungen und Abschlüsse

Am Ende der Jahrgangsstufe 10 finden für alle Schülerinnen und Schüler Prüfungen statt. Sie legen schriftliche Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch ab. Dazu kommen freiwillige mündliche Zusatzprüfung in einem Pflicht- oder Wahlpflichtfach.

Diese Abschlüsse kann Ihr Kind am Ende der Sekundarstufe I erreichen.

  • die erweiterte Berufsbildungsreife
  • die Fachoberschulreife
  • die Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe

Die Fachoberschulreife erreicht, wer in Klasse 10 mindestens zwei Erweiterungskurse belegt hat. Für den Erwerb der Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe sind drei Erweiterungskurse erforderlich, davon mindestens zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Darüber hinaus müssen für jeden Abschluss die erforderlichen Mindestpunktzahlen erreicht werden.

 

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SEK I (Dauer in Jahren):
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Anzahl möglicher Abschlüsse:

Vorteile der Sekundarstufe I an unserer Gesamtschule Woltersdorf

  • Modernes Gebäude schafft idealen Raum zum Lernen
  • Qualifizierte und engagierte Lehrkräfte
  • Kleine Klassen von max. 24 Schülerinnen und Schüler
  • Ganztagsschule in voll gebundener Form
    (Arbeitsgemeinschaften, individuelle Lernzeiten, Freizeitangebote und Förderunterricht)
  • Entwicklung von Methodenkompetenzen
  • Individuelle und differenzierte Lernangebote
  • Selbstgesteuertes Lernen (Freiarbeit)
  • Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen
  • Frühzeitige Berufsorientierung
  • Breites Fremdsprachenangebot
  • Gewaltfreie Schule
  • Schulsozialarbeit
  • Bestmöglicher Abschluss für jeden
  • Gute Verkehrsanbindung (Bushaltestelle direkt vor der Schule)

Fit für das Abitur?

Wenn Ihr Kind es bis hierher geschafft hat und den Abschluss „Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe“ erworben hat, kann es sich jetzt auf seinen Weg zum Abitur machen.